Lars Brockbalz gewinnt den Niedersächsischen Sportjournalistenpreis 2016 im Bereich Print, „Team Politik zum Anfassen“ siegt im Bereich TV & Hörfunk

Lars Brockbalz, Sportredakteur der Nordsee-Zeitung, hat mit einer packenden Reportage rund um Thomas Popiesch den Niedersächsischen Sportjournalistenpreis 2016 gewonnen, der bereits zum vierten Mal von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) vergeben wurde. Die Jury lobte den Beitrag für seine tiefgehenden Emotionen und die detaillierten Beschreibungen. Das Team Politik zum Anfassen gewinnt die Kategorie TV und Hörfunk mit einem emotionalen Bericht über die Integration von Flüchtlingen mithilfe des Sports.

In einer packend formulierten und intensiv recherchierten Reportage beschreibt Lars Brockbalz die Lebensgeschichte des Trainers der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Dabei ging es besonders um seinen gescheiterten Fluchtversuch aus der DDR, der damit verbundenen Haft und seine nicht abreißende Leidenschaft für den Sport Eishockey. Der Sportredakteur der Nordsee-Zeitung bekam den Preis am Donnerstag im Rahmen des vierten Niedersächsischen Sportjournalistenforums in der Akademie des Sports übergeben. Insgesamt sind 87 Beiträge für den Wettbewerb eingegangen. Die Einsendungen kamen von allen relevanten Medien Niedersachsens sowie zahlreichen überregionalen Tages- und Wochenzeitungen sowie mehreren öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Der Preis wird gemeinsam von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und dem Institut für Sportkommunikation der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) vergeben. „Lars Brockbalz ist es dabei gelungen, mit einer sprachlich ausgefeilten und emotional berührenden Reportage über die Lebensgeschichte eines Mannes zu berichten, die zum Nachdenken anregt“, beschreibt Prof. Dr. Marcus Bölz von der FHM den Text von Lars Brockbalz.

Den ebenfalls ausgelobten Nachwuchspreis gewinnt Lars Rücker mit einem Beitrag, den er im Kicker veröffentlichte. Rücker besuchte eine Fußballmannschaft von Asylbewerbern in der Samtgemeinde Sickte in Niedersachsen. Eine Bevölkerungsgruppe über die im vergangenen Jahr häufig, aber oft auch sehr stereotyp und klischeebeladen berichtet wurde – nicht jedoch von dem jungen Reporter Rücker. Er sprach und beobachtete die Menschen beim Training, hörte ihnen zu und lies sich nicht von Klischees und Vorurteilen ablenken. Für die Jury ist dabei eine dichte, wahrhaftige Reportage entstanden. Mit Empathie und ohne Kitsch, umgesetzt in einer präzisen, anschaulichen und packenden Sprache, so die Jury weiter in der Begründung. Der junge Autor versteht sich stilsicher aufs journalistische Erzählen und Erklären und rückt Menschen ungeschminkt mitten in unsere Aufmerksamkeit. Modern, ernsthaft und ohne unnötige Schwere.

In der dritten Preiskategorie „TV und Hörfunk“ setzte sich das Team Politik zum Anfassen, mit seinem TV-Beitrag rund um das Thema Flüchtlingsintegration in Schulen durch. In Zusammenarbeit mit einer Schulklasse der IGS Isernhagen wird in den Beitrag die gelungene und bereits ausgezeichnete Integration von Flüchtlingen im Sportbereich der Schule vorgestellt. In aussagekräftigen Interviews erzählen Flüchtlinge, Betreuer und Lehrer, wie es zu diesem Projekt kam und wie es sich entwickelt hat.

NDR-Hörfunkjournalist Sören Oelrichs (NDR), moderierte die Festveranstaltung. Neben den Preisträgern und den Mitgliedern der Jury verfolgten 250 Gäste neben der Preisverleihung auch die Podiumsdiskussion rund um das Thema Kommerzialisierung des Sports und seine Auswirkung auf die Sportberichterstattung. Auf dem Podium diskutierten die langjährige Journalistin und Moderatorentrainerin Carmen Thomas, der Leiter der VW-Sportkommunikation Gerd Voss, Prof. Dr. Marcus Bölz und der Schirmherr der Veranstaltung, der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Die Mitglieder der Jury des Niedersächsischen Sportjournalistenpreises waren in diesem Jahr Silke Tobias (Sportredakteurin NDR), Heiko Rehberg (Sportredakteur Hannoversche Allgemeine Zeitung), Thorsten Berner (Leiter Sportredaktion Hildesheimer Allgemeine) sowie Hans-Joachim Zwingmann, (Vorsitzender der Niedersächsischen Sportpresse). 

Im Namen der beiden Veranstalter begrüßten Prof. Dr. Jens Große, Leiter der FHM Hannover und Sportjournalismus-Student Mirco Broers die zahlreichen Gäste aus Landespolitik, den Medien sowie vielen weiteren Vertreter aus dem Sport und der Wirtschaft. Das Schlusswort des Abends richtete Dr. Hans-Ulrich Schneider, Vorsitzender der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung an die rund 250 Gäste.

Neben den drei ersten Preisträgern wurden bei der Veranstaltung auch die zweiten und dritten Sieger des Journalistenpreises geehrt. In der Hauptkategorie belegte der Hamburger Journalist Joel Grandke mit seinem Beitrag „Nur ein kleiner Kick am Ziel vorbei“ auf der Onlineplattform spox.com den zweiten Platz. Platz drei belegte Christoph Bähr mit seiner emotionalen Reportage „Marius will kicken“ im We-ser/Delmenhorster Kurier. Im Nachwuchspreis gewann Alicia Kreth (renner.eu) mit einer beeindruckenden Reportage zum niedersächsischen Sportler Markus Rehm den zweiten Preis. Die dritte Siegerin der Nachwuchskategorie ist Maya de Wall (renner.eu) mit ihrer Reportage rund um Männer im Reitsport. Platz zwei der Kategorie TV und Hörfunk ging diesmal an Tiede Thedinga und seinen Hörfunkbeitrag über die Sportart „Floorball“ im NDR. Kristoffer Klein belegte mit seinem Hörfunkbeitrag zum Abstieg von Hannover 96 auf NDR 1 Platz drei. 

Alle Siegertexte und -beiträge auch online unter: nds-sportjournalistenpreis.de

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